Die Geschichte des Radonstollens

Mit der Entdeckung der Radioaktivität der Quellen von Bad Kreuznach durch den Apotheker Dr. Karl Aschoff im Jahre 1904 wurde dieses Bad zu einer Geburtsstätte der Radon-Balneologie. Wissenschaftliche Grundlagen dieses modernen Zweiges der uralten Bäderheilkunde wurden hier in Bad Kreuznach erarbeitet.

Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse waren wegweisend. Das Edelgas Radon spielt heute eine herausragende Rolle in der balneologischen Behandlung verschiedener Erkrankungen. Die Inhalation dieses Gases stellt dabei eine besonders wirksame Form seiner Anwendung dar.

Im Jahre 1911 wies Dr. Karl Aschoff nach, dass die Luft im Rudolfstollen reich an Radon ist. Es handelt sich um einen Bergwerksstollen, der in alter Zeit in das vulkanische Porphyrgestein des linken Naheufers vorgetrieben wurde. In diesem Stollen sammelt sich in den Spalten und Klüften des Gesteins Radon an.

Schon im Jahr 1912 wurde diese radonreiche Luft durch den Bau eines Inhalatoriums vor dem Rudolf-Stollen den heilungssuchenden Kurgästen zugänglich gemacht. Dieses Inhalatorium wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nachdem in neuerer Zeit durch die Untersuchungen von Professor Dr. Scheminzky (Universität Innsbruck) und Professor Dr. Muth (Universität des Saarlandes) die Ergebnisse der Untersuchungen von Dr. Karl Aschoff erneut voll bestätigt worden waren, entschloss man sich, den Stollen wieder zur Inhalationsbehandlung zu verwenden.

 
Die Behandlung im Radonstollen
Die Radonkonzentration der Stollenluft liegt in den vom Deutschen Bäderverband geforderten Mindestwerten. Die Luft im Stollen ist in hohem Maße staub- und allergenfrei. Die Inhalation findet bei Behaglichkeitstemparatur statt. Der Kurgast bleibt bei der Behandlung bekleidet. Dauer der einzelnen Inhalationen und Gesamtzahl der Inhalationen werden von dem behandelnden Badearzt festgelegt. Die Strahlenbelastung wird hierbei in einer Größenordnung gehalten, die nach dem derzeitigen Wissenstand ärztlich vertretbar ist. Sie entspricht etwa der Strahlenbelastung bei einem längeren Urlaub im Hochgebirge. Die Behandlung im Radonstollen kann allein oder aber zusätzlich zu einer Bäderbehandlung verordnet werden.
 
Heilanzeigen
Bechterew'sche Erkrankung, chronische Polyathritis mit geringer Aktivität, degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule (Spondylose, Spondylarthrose, Osteochondrose), degenerative Erkrankungen der gelenke (Arthrosen), chronische Gicht, Weichteilrheumatismus, Unterfunktion der Eierstöcke, Beschwerden in den Wechseljahren, periphere arterielle Durchblutungsstörungen leichten Grades, allergische Erkrankungen der Atemwege (Heuschnupfen, Astma)
 
Gegenanzeigen
Akut-entzündliche Prozesse, Schwangerschaft, Überfunktion der Schilddrüse stärkeren Grades, Psychosen, bösartige Geschwülste
 
Verfasser: Sanitätsrat Dr. med. Hans Jöckel, Internist (Rheumatologe), Badearzt, Vorsitzender des Badearztvereins
 
Hinweis: Wir sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Radonheilbäder.